Immer weniger Menschen können sich heute noch etwas unter dem Begriff „Seelsorge“ vorstellen. Sie kommen deshalb oft auch nicht auf die Idee, einen Gesprächstermin mit der Gemeindepastorin oder dem Pastor zu vereinbaren. Gleichzeitig aber nehmen seelische Nöte zu. So viel Unausgesprochenes und so viele ungeweinte Tränen lasten schwer auf der Seele. Wie also kann ein ganz niedrigschwelliges Seelsorgeangebot aussehen, bei dem es ums Zuhören, Wahrnehmen und gemeinsame Aushalten geht?
Vor dem Hintergrund dieser Fragen entstand im Kirchenkreis Lüneburg die Idee der „Ansprech:bar“. Von den ersten wärmeren Tagen im Frühling bis zu den letzten goldenen Oktobertagen macht die Anprech:bar jeweils einmal in der Woche für zwei bis drei Stunden Station an ganz verschiedenen Orten im öffentlichen Raum: vom Kurpark bis zum Stadtteilzentrum, vom Weg zwischen Musikschule und Theater bis zum Friedhof. Dabei machen die Mitarbeitenden immer wieder die Erfahrung, dass das Gesprächsangebot bzw. das Angebot des Zuhörens auf Friedhöfen besonders gut angenommen wird.