Das Bündnis "Bleckede blüht bunt" hat diese Woche mit einer Kundgebung und Musik gegen eine Veranstaltung der AFD und den Besuch der AFD-Chefin Alice Weidel im Bleckeder Haus demonstriert.
Rund 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen für Demokratie und Vielfalt zusammen.
Lesen Sie hier die Rede von
Superintendent Christian Cordes, Ev.-luth. Kirchenkreis Lüneburg:
"Liebe Freundinnen und Freunde, sehr geehrte Damen und Herren, liebes Bündnis Bleckede blüht bunt – vielen Dank für eure Einladung.
Liebe Menschen aus Bleckede,
Ich spreche heute für den Kirchenkreis Lüneburg und die Ökumene in Bleckede. Wir stehen hier, weil uns etwas verbindet: Wir treten ein für die Menschenwürde.
Die Mütter und Väter des Grundgesetzes haben den Satz „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ bewusst an den Anfang gestellt. Sie hatten die Schrecken des Nazi Faschismus noch vor Augen. Sie wussten: Wenn ein Staat die Würde von Menschen antastet, verliert er seine Seele.
Für uns als Kirchen gilt: Jeder Mensch ist ein einmaliges Geschöpf Gottes. Mit Würde begabt, geliebt, unverwechselbar. Darum nehmen wir die Worte des Grundgesetzes ernst:
„Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“
Diese Sätze sind nicht verhandelbar. Sie sind der Kern unserer Demokratie. Und sie stehen im Widerspruch zu jeder Ideologie, die Menschen abwertet, gegeneinander ausspielt oder ausgrenzt.
Wir stehen heute hier, weil wir erleben, dass solche Ideologien wieder Raum gewinnen sollen – auch hier in Bleckede. Die AfD versucht, sich als normale Partei darzustellen. Aber ihre Inhalte sind nicht normal. Sie gefährden Menschenwürde, Minderheiten und die Grundlagen unserer Demokratie.
Unsere Demokratie lebt vom Streit in Sachfragen und vom Kompromiss. Sie lebt davon, dass wir miteinander ringen – friedlich, respektvoll, mit Argumenten. Politischer Streit darf hart sein, aber er muss menschlich bleiben. Wer Hass schürt, wer Menschen abwertet, wer die Grundwerte unseres Staates zerstören will, verlässt den Boden der Demokratie.
Darum sagen wir heute klar: Kein Geld mehr für die Feinde der Demokratie. Und: Wir treten ein für das Verbot einer rechtsextremen Partei, die unsere Grundwerte angreift.
Doch es geht heute nicht nur um Menschenwürde und Demokratie. Es geht auch um unsere Verantwortung für die Schöpfung.
Für uns ist der von Menschen verursachte Klimawandel kein „Beobachtungsfall“. Wir erleben hier an der Elbe, wie ernst er zu nehmen ist: Extremwetter. Steigende Kosten für Schutzmaßnahmen. Ökologische Schäden.
Und wir wissen: Was heute teuer ist, wird morgen noch teurer. Wir tragen Verantwortung für die Generationen, die nach uns kommen. Darum treten wir ein gegen die vernunftwidrige Leugnung des Klimawandels. Darum setzen wir uns ein für konsequenten Klimaschutz – lokal, regional, global.
Bleckede blüht bunt – und Bleckede bleibt bunt. Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir zeigen: Die Mehrheit steht für Menschenwürde, Demokratie und Klimaschutz. Wir stehen für Respekt, für Vielfalt, für Freiheit.
Und wir stehen zusammen – Kirchen, Vereine, Initiativen, Bürgerinnen und Bürger. Wir zeigen: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Und wir werden sie schützen."