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Ev.-luth. Kirchenkreis Lüneburg

Friedensethik heute im Gespräch

Nachricht Lüneburg, 18. Dezember 2025
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Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ringt in ihrer neuen Denkschrift um Antworten auf Krieg, Klimakrise, geopolitische Verschiebungen und den Druck auf Demokratien weltweit.

Die im November 2025 veröffentlichte Friedensdenkschrift mit dem Titel „Welt in Unordnung – Gerechter Friede im Blick“ theamtisiert eine Friedensethik in Kriegszeiten. Frieden um jeden Preis – oder Waffen, um ihn zu schützen?
Pazifismus klingt gut.
Aber was, wenn andere nicht pazifistisch sind?

Christian Stasch, Superintendent im Kirchenkreis Lüneburg, und Dieter Haupt aus dem Ausschuss Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung sprechen offen über die neue Friedensdenkschrift der EKD – und über ein Dilemma, das viele umtreibt:

👉 Wer konsequent pazifistisch ist, kann schuldig werden, weil er Schwächere im Stich lässt.
👉 Wer militärisch denkt, kann schuldig werden, weil Ressourcen fehlen – fz.B. für Klimaschutz und für Kampf gegen Hunger.

Ein Balanceakt.
„Es gibt nicht die eine richtige Position“, sagt Stasch.
„Die Haltungen zur Denkschrift sind ambivalent“, sagt Haupt.

Die Kirche will kein Urteil sprechen – sondern einen Raum öffnen:
für unterschiedliche Stimmen, für Respekt, für ehrliches Ringen um den richtigen Weg. Für Friedens- statt Kriegstüchtigkeit. 

Was bedeutet Frieden für uns – heute?

 

Weitere Informationen zur Friedensdenkschrift

Auf der EKD Webseite ist die Friedensdenkschrift zusammengefasst und erklärt:
"Die EKD ringt darin um Antworten für neue Herausforderungen durch die Zunahme an kriegerischen Konflikten weltweit, geopolitische Verschiebungen, hybride Kriegsführung, neue Waffentechnologien, die Klimakrise und den Druck, dem liberale Demokratien weltweit ausgesetzt sind. Zugleich gibt sie Antworten auf Fragen in Themenfeldern, deren Bearbeitung eine lange Tradition im Raum der evangelischen Kirche haben. Dazu gehören die nukleare Abschreckung, Rüstungsexporte sowie Wehrpflicht und Kriegsdienstverweigerung."

Es geht dabei um den Balanceakt zwischen dem christlichen Ideal der Gewaltfreiheit und der Anerkennung der Tatsache, dass zum Schutz vor Gewalt notfalls auch Gegengewalt nötig ist, um gerechten Frieden und neuen Bedrohungen. "Christ*innen befinden sich also in einer Situation, die es gilt, sorgsam abzuwägen: Zwar sollen sie grundsätzlich gewaltfrei handeln. Aber der Verzicht auf (Gegen)gewalt kann dazu führen, dass ein Staat seine Bürger*innen nicht vor Gewalt schützen kann. Die Denkschrift spricht von einer „Schuldverstrickung“, der niemand ganz entkommt.
Gegengewalt zur Verteidigung muss aber immer sehr strengen Regeln folgen. Sie dient dem Recht, nicht der Rache. Sie verfolgt das Ziel, Gewalt zu beenden, statt sie fortzuführen oder zu eskalieren", ist auf der Webseite nachzulesen.

Alle Aspekte und Infos unter:

https://www.ekd.de/friedensdenkschrift-2025-zusammenfassung-92808.htm
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Dieter Haupt vom Ausschuss für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung des Kirchenkreises lädt ein zu "Beten für den Frieden": jeden Samstag, um 12.30 Uhr, in der St. Nicolaikirche Lüneburg

https://st-nicolai.wir-e.de