St. Nicolai: Sicherheitsnetze werden eingebaut

Nachricht Lüneburg, 16. Februar 2026
St. Nicolai Bauhelme für die Sicherheit, Foto: Hueske
St. Nicolai Bauhelme für die Sicherheit, Foto: Hueske

Ab dem 17. Februar 2026 wird die St. Nicolai-Kirche in Lüneburg erneut komplett geschlossen. Dann werden die Bauarbeiten zum Einbau von Steinschlagschutznetzen unterhalb der Gewölbedecken begonnen. Diese sollen in Zukunft verhindern, dass Putzteile und kleinere Steine, die sich aus Rissen im Gewölbe lösen könnten, Menschen unten in der Kirche verletzen. 
Zunächst wird dazu ein Gerüstturm aufgebaut, anschließend werden die Netze in der Kirche montiert. Begonnen wird am ca. 29 m hohen Sternengewölbe im Mittelschiff. Anschließend werden beide Seitenschiffe und die Orgelempore vernetzt. 
"Während der Bauarbeiten bleibt die gesamte Kirche geschlossen. Auch die Turmhalle wird in dieser Zeit nicht geöffnet sein. Wir bedauern dies außerordentlich, sehen aber ein, dass dies im Rahmen von Sicherheitsvorkehrungen notwendig ist", macht Pastorin Almuth Wiesenfeldt deutlich. 
Wie lange der Einbau der Netze dauern wird, ist nicht mit Sicherheit zu sagen. Der Einbau von Steinschlagschutznetzen in dieser Höhe ist kein Standardverfahren. 
"Sobald die Netze eingebaut sind und die Sicherheit der Netze festgestellt wird, ist die Gemeinde froh, die Kirche wieder für den Besuch zu öffnen", so die Pastorin.

Mit der Aktion „Danke für Ihren Sternentaler“ ruft die Gemeinde zu Spenden auf, damit die Kirche, eines der Wahrzeichen Lüneburgs, erhalten bleiben kann. Die Sanierung der Nicolaikirche braucht Unterstützung, viele wirken daran mit. Bitte helfen auch Sie mit, damit Nicolai auch in Zukunft ein offener Ort für Begegnung und Geschichte, für Musik und Gebete bleiben kann.

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So konnte bislang die St. Nicolai Kirche in Lüneburg besichtigt werden

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Gemeinsam unterstützen
St. Nicolai ist beeindruckend, findet Wolfgang Beeck. „Die Kirche hat mich gepackt“, sagt er - die Geschichte, die Architektur und die Kirchenmusik sind seine Steckenpferde. Darum steht er ehrenamtlich als Kirchenwache den Besucherinnen und Besuchern für Fragen zur Verfügung. Manchmal erklärt anschaulich die Backsteingotik, manchmal weist er auf die Lichtspiele hin, die er besonders sehenswert findet. Im Moment beantwortet er häufig die Frage nach den Netzen im Turmraum — und warum nur ein Blick in den Kirchraum möglich ist, dieser aber nicht betreten werden kann.
Im Gewölbe von St. Nicolai sind Risse sichtbar, die Sanierung wird voraussichtlich mehrere Millionen Euro kosten. Gutachten sind beauftragt, Sicherheitsnetze in Planung und die Kosten für die Sanierung müssen zusammengetragen werden. Dafür setzen sich viele Menschen aus der Kirchengemeinde ein, wie Wolfgang Beeck.

Die Sicherungsmaßnahmen für den Kirchenraum mit dem 29 Meter hohen Sternengewölbe sind noch nicht abgeschlossen. Mit einem Gutachten wird geklärt, was genau saniert werden muss und welche Kosten entstehen.

Rückblick 2025

Anfang Juni berichteten Experten und Gemeinde beim Infonachmittag über St. Nicolai: 
Wegen Rissen im Gewölbe ist die St. Nicolai Kirche in Lüneburg derzeit geschlossen. 
Bei einem Nachmittag mit Bau-Experten informierte die Kirchengemeinde im Glockenhaus ausführlich über den aktuellen Stand und was dieser für das Gemeindeleben bedeutet. 

Kirsten Ahrens-Imhorst, Vorsitzende des Kirchenvorstandes St. Nicolai, leitete ein: "Danke für Ihr Interesse an unserer gastfreundlichen Kirche, unser Gotteshaus möchte offen sein. In den letzten drei Monaten haben wir erfahren wir sehr die offenen Türen vermisst wurden." Und sie ermutigt: "Wir schaffen das, mit Gottvertrauen."
"Die Sicherheit der Menschen steht an erster Stelle", machen Gemeindepastoren Almuth und Christoph Wiesenfeldt immer wieder deutlich.

Christian Stasch, Leitender Superintendent des Kirchenkreises Lüneburg, moderierte den Nachmittag. Das Publikum und er stellten Fragen an Steve Werner, CAP Ingenieursbüro, öffentlich bestellter Sachverständiger für Schäden an Gebäuden, an Stefan Kunkel, Leiter des landeskirchlichen Amtes für Bau- und Kunstpflege (ABK) in Celle und Architektin Beatrice Großmann, ebenfalls vom ABK. 

Hier finden Sie von der Kirchengemeinde und Bauexperten die wichtigsten Antworten zum derzeitigen Stand:

Wie wurde der Schaden festgestellt und was ist zu sehen?
➡️ 2022 drohte ein Stein rauszurutschen, er wurde gesichert. Es gibt seitdem immer wieder Putzmörtelflächen, die unten liegen, Krümel an verschiedenen Stellen, Risse sind sichtbar. 
➡️ Mit einem Rissmonitoring über mehr als einem Jahr beobachtet man, ob die Risse aufgehen und sich wieder schließen. Mit einer Drohne wurde festgestellt, dass sie groß sind und an bestimmten Stellen Putzteile abzufallen drohen. 

Was sind die nächste Schritte? 
➡️Es sind temporäre Sicherungsmaßnahmen mit Netzen geplant, so dass die Kirche nach und nach wieder nutzbar wird. Der Auftrag für die Netze in der Turmhalle ist bereits erteilt. Voraussichtlich nach den Sommerferien werden die Turmhalle sowie der Turm selbst wieder begehbar sein. Es können dann auch wieder Turmführungen stattfinden. Auch im südlichen und nördlichen Seitenschiff und im Mittelschiff sind Netze geplant. Im Mittelschiff müssten Seilkletterer die Netze in ca. 16 Meter Höhe befestigen.
➡️ Das Rissmonitoring wird weitergeführt
➡️Erste Planungsüberlegungen zur Sanierung laufen bereits

Was sind mögliche Ursachen für die Risse? 
➡️1. These: In den 90er Jahren wurden im Gewölbe ein Stahlfachwerk eingebaut, das zur Lastumverteilung geführt haben könnte.
➡️2. These: Auch wurden unterschiedliche Materialien verwendet in der Kirche, z.B. in den 20ern Zement, früher aber Gips. Die Materialien vertragen sich nicht gut. 
➡️3. These: Der Baugrund und der sinkende Grundwasserspiegel könnten Einflüsse haben. 

Welche Kosten entstehen und wie kann die Sanierung finanziert werden?  
➡️ Die erste Notsicherung hat die Gemeinde und den Kirchenkreis bereits 70.000 Euro gekostet. Bei der Landeskirche ist Unterstützung angefragt für die Sicherungsmaßnahmen und das Monitoring. Spenden werden dringend benötigt für die anschließende Sanierung.
➡️ Die Höhe der Gesamtkosten ist noch ungewiss, es gibt keine Erfahrungswerte für Gebäude in dieser Größe. Stellt man Gerüste auf und repariert ein Gewölbe nach dem anderen – wenn das eine langfristige Lösung ist – ergäbe das hochgerechnet 3 bis 4 Millionen Euro. Sollte der Baugrundstück verbessert werden müssen, durch Bodenvergütung oder Nachgründung, kann das weitere Kosten verursachen 

Wie geht es mit dem Gemeindeleben weiter? 
➡️Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch mit Stadtrat und Verwaltung hat das Glockenhaus zur Verfügung gestellt für größere Veranstaltungen, d.h. dort wird z.B. auch Weihnachten gefeiert.
„So sehr wir unsere Kirche auch vermissen, sind wir zuversichtlich und froh, dass wir in der Zwischenzeit auch an anderen Orte Kirche sein können“, machte Pastorin Almuth Wiesenfeldt deutlich.

Unterstützung ist willkommen
"Es ist sicher: eine große Baumaßnahme kommt auf uns zu! Wer St. Nicolai in diesen unsicheren Zeiten erhalten und unterstützen möchte, kann gern eine Spende einzahlen", wirbt die Pastorin für die Stadtkirche.
Schon jetzt helfen -
Spenden für St. Nicolai direkt online hier

Herzlichen Dank!

Hintergrund:
Erste Schäden in der gotischen Backsteinbasilika waren im Sommer 2022 aufgetreten. Ein Teil des Chorumgangs wurde daraufhin gesperrt. Zugleich begann eine Kartierung der Schäden, um die spätere Sanierung zu planen. Dafür stieg im Januar 2025 extra eine Kameradrohne in der Kirche auf, deren Mittelschiff knapp 29 Meter hoch ist. Die Nahaufnahmen aus dem Gewölbe zeigten: Die Risse sind gravierender als vermutet. Kleine Bruchstücke könnten sich lösen und im schlimmsten Fall Menschen treffen, die sich im Kirchenraum aufhalten, so die Befürchtung. Zur Sicherheit wurde die Kirche deshalb sofort gesperrt.

In der Kirche können derzeit keine Gottesdienste und Veranstaltungen stattfinden.
Die Gemeindearbeit und die Angebote der Fachstelle Inklusion gehen weiter.