Auf der Tagesordnung des Kirchenkreisparlamentes, der Juni Synode, standen u.a. das Schutzkonzept zur Prävention sexueller Gewalt, die Berichte der beiden Superintendenten mit Hinweisen auf die zu planende Fusion der Kirchenkreise und -ämter von Uelzen, Lüchow-Dannenberg und Lüneburg sowie ein Bericht zur Einschätzung der sakralen Gebäude im Kirchenkreis.
Mit großem Applaus von den Anwesenden wurden zunächst die Mitglieder des Kirchenkreisvorstandes aus der letzten Legislaturperiode für ihr Engagement im Leitungsgremium gewürdigt. Superintendent Christian Stasch verabschiedete darunter mit besonderem Dank Christine Hein, Olaf Ideker-Harr, Hendrik Lüer und Thomas Reisner, die dem neuen KKV nicht mehr angehören.
„Als Synodale stehen wir vor Herausforderungen, zukunftsweisende Entscheidungen zu treffen. Die wahre Stärke unserer Kirche liegt jedoch nicht in den Fassaden“, sagte Pastor Timo Milewski aus Bardowick bei der Begrüßungsandacht mit Blick auf anstehende Themen wie Stellenplanung, Finanzmittel und Umstrukturierung.
Kirche mit neuen Rahmenbedingungen und zeitgemäßen Formen
„Ja wir werden kleiner, doch kirchliche Arbeit bleibt wichtig und sinnvoll und eine bedeutsame Größe in unserem Landkreis“, machte Superintendent Christian Stasch in seinem Bericht deutlich. „Wir können nicht mehr überall gleichzeitig sein, aber wir können sehr schöne Projekte gestalten und Neues ausprobieren. Fragen wir noch stärker nach den Bedürfnissen der Menschen. Wir stellen fest, dass u.a. Angebote und Ideen wie neue Taufformen, spontane Trauungen, besondere Gottesdienste nachgefragt werden.“ Auch wenn der Haushaltsplan 2025/2026 für den Kirchenkreis Lüneburg bei der Synode in Ertrag und Aufwand ausgeglichen abgeschlossen werden konnte, wird bis zum Jahr 2035 mit 30% weniger Mitgliedern, Ressourcen und Personal gerechnet.
Superintendent Christian Cordes verwies auf den Zukunftsprozess der Landeskirche, der auch weniger Kirchenkreise, Sprengel und Ämter beinhaltet. „Landeskirchliche Strukturen funktionieren nicht mehr. Unser Ziel ist es, eine lebendige zukunftssichere Kirche zu sein, die auch künftig Menschen erreicht und begeistert. Wir müssen akzeptieren, dass die Zeit der staatsanalog organisierten Kirche zu Ende geht", so Christan Cordes.
Prävention sexueller Gewalt bleibt wichtiges Thema
Das Präventionsschutzkonzept des Kirchenkreises wurde von den Synodalen verabschiedet. „Viele Gemeinden nutzen es bereits, es wird dort weiter auf ihre Anforderungen hin angepasst. Wir werden am Ende des Jahres voraussichtlich 500 Personen aus dem Kirchenkreis geschult haben“, so Christian Cordes. Er macht deutlich: “Wir lassen nicht nach, die Menschen zu schulen und appellieren an Betroffene, sich bei den entsprechend eingerichteten Stellen zu melden.“
Das Schutzkonzept und Kontakte der zentralen Anlaufstellen finden Sie hier:
Bedarfsplan für Kirchen und Kapellen geht weiter voran
Nach Kriterien wie Bausubstanz, regionale Bedeutung, Ausstattung und Denkmalschutz bewertet ein Beurteilungssystem die Kirchen und Kapellen im Kirchenkreis nach Punkten. Hennig von Alten berichtete als Vorsitzender des Koordinierungsausschusses Gebäude über den zu erstellenden Gebäudebedarfsplan, denn „es werden weniger Gebäude benötigt und es werden weniger Finanzmittel zur Verfügung stehen“, fasste er zusammen.
Nach einer ersten Auswertung gehören nun 36 Gebäude in die Kategorie Bestandskirchen. Acht sind als „Prüfkirchen“ ausgewiesen, davon fällt eine Kirche, die Erlöserkirche in Alt Garge, in eine ungünstigste Unterkategorie. Bei den Bestandskirchen wird die Landeskirche bei baulichen Maßnahmen bzw. Sanierung weiterhin unterstützten. Bei Prüfkirchen kann künftig nur eine reduzierte Instandsetzung möglich sein.
Alle Gemeinden würden nun detailliert informiert werden und um eine Stellungnahme gebeten bis zum 19. September. Der Zeitplan sieht vor, dass in der nächsten Synode ein Gebäudebedarfsplan verabschiedet wird, der ans Landeskirchenamt übermittelt werden kann.
Termine:
• Die nächste Synode des Kirchenkreises findet am 21. November 2025 statt.
• Der Kirchenkreis lädt zum Sommerempfang mit Daniel Kaiser ein am Freitag, 22. August 2025, in und um die St. Johanniskirche Lüneburg. Daniel Kaiser ist ein deutscher Rundfunkjournalist, Leiter Kulturredaktion NDR 90,3, Podcaster von eat.READ.sleep. Er hat evangelische Theologie studiert und ist ehrenamtlicher Prediger in einigen norddeutschen Kirchengemeinden. Die Musik gestalten der Posaunenchor des Kirchenkreises, Leitung Regina Ewe, und an der Orgel Kirchenmusikdirektor Dr. Ulf Wellner. Beim anschließende Zusammenkommen bei Getränken und Brezeln spielt die Salt City Swing Band. Anmeldung: bis 18.8. 2025 über www.kirchenkreis-lueneburg.de/empfang
• Die Vesperkirche Lüneburg findet vom 18. bis 20. November 2025 in St. Michaelis statt: Drei Aktionstage mit nachmittäglichen Angeboten, Bühnenprogramm und warmen Abendessen. Die Vesperkirche bringt Menschen zusammen. Viele tragen zum Gelingen bei, mit Begeisterung, Kreativität und Herzlichkeit. Begegnung und Kultur für alle!
Die Kirchenkreissynode...
beobachtet das kirchliche öffentliche Leben, gibt Anregungen für die Zusammenarbeit der Gemeinden, fördert die ehrenamtliche Arbeit und fasst strategisch wichtige Beschlüsse für den Kirchenkreis.
Die Kirchenkreissynode und die Gremien sind für sechs Jahre gewählt.
Die Mitglieder bestehen aus geistlichen und nichtgeistlichen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden des Kirchenkreises.