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Ev.-luth. Kirchenkreis Lüneburg

Laut werden für mehr Klimagerechtigkeit

Nachricht Lüneburg, 17. November 2025
Gunnar Jahn-Bettex, Pastor in St. Michaelis, beim Klimastreik in Lüneburg

Anlässlich der Weltklimakonferenz in Bélém, Brasilien, wurden am 14. November weltweit Klimaproteste unter dem Motto #JustTransitionNow von FridaysForFuture organisiert. Auch am Lüneburger Marktplatz kamen trotz Dauerregens 400 Menschen laut FFF zusammen. Unterstützung gab es auch u.a. von der Kirchengemeinde St. Michaelis und dem Kirchenkreis Lüneburg, die für mehr Klimagerechtigkeit eintreten. Pastor Gunnar Jahn-Bettex erklärt in dem Video, wieso er es wichtig findet sich zu engagieren.

Er sagt: "Ich bin hier für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit. Klimaschutz und Klimagerechtigkeit hängen eng zusammen. Armut und Reichtum spielen aber immer eine große Rolle. Die Armen müssen das ausbaden, was die Reichen verbocken. Und so geht das nicht. Wenn man auf den einzelnen Menschen blickt, aber auch wenn man auf die Armen und die reichen Länder guckt. Und da müssen wir einen Blick drauf haben. Und wenn wir uns für den Klimaschutz einsetzen, dann ist es ganz wichtig, dass wir das gerecht tun und dass wir ihn auch sozial verträglich umsetzen."

Worum geht es?
Die internationale Klimabewegung FFF fordert die Länder auf, sofortige Maßnahmen einzuleiten, um jedes weitere Zehntelgrad Erderhitzung zu verhindern und Länder des Globalen Südens finanziell beim Schutz vor den Folgen der Klimakrise zu unterstützen.
“In diesem Jahr jährt sich der Beschluss des Pariser Klimaabkommens zum zehnten Mal, aber vom Ziel, die Erwärmung möglichst auf 1,5°C zu begrenzen, sind wir gefährlich weit entfernt. Schon jetzt zeigt sich immer und immer wieder, dass die Klimakrise weltweit menschliches Leiden und Sterben verursacht. Doch statt einer Politik, die die Menschen in den Mittelpunkt stellt, setzt die Bundesregierung jetzt auf einen Ausbau des fossilen Energieträgers Gas und sabotiert im Vorfeld der Weltklimakonferenz das EU-Klimaziel. Das ist ein Schlag ins Gesicht der Menschen des Globalen Südens, die am wenigsten zur Klimakrise beigetragen haben und am meisten unter ihr leiden. Die Regierung scheitert somit daran, das Mindeste zu tun, was sie ihrer Bevölkerung schuldet: ihre Lebensgrundlagen zu sichern und somit eine sichere Zukunft zu  gewährleisten. Das muss sich ändern, und zwar sofort", sagt Moana Kammerer von Fridays for Future Lüneburg.

Lüneburg: mit einem breiten zivilgesellschaftlichen Bündnis ein starkes Zeichen für den Klimaschutz setzen
In Lüneburg ruft die lokale Ortsgruppe von Fridays for Future zu einer Laufdemo auf, an dem sich ein breites Spektrum an zivilgesellschaftlichen Akteuren beteiligen wird. Unterstützt werden die Klimaaktivist:innen unter anderem von der BUND Jugend, dem Deutschen Gewerkschaftsbund Jugend Lüneburg und verschiedenen Religionsgemeinschaften, wie der St. Michaelis Kirche. Musikalisch wird die Kundgebung von der deutschlandweit bekannten
Deutsch-Pop-Sängerin Wilhelmine begleitet.
“Gerade in diesen Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung und Misinformation, in denen grundlegende wissenschaftliche Fakten bezüglich der Klimakrise in Frage gestellt werden, wollen wir mit einem breiten zivilgesellschaftlichen Bündnis ein starkes Zeichen für den Klimaschutz setzen. Im Rahmen des internationalen Klimastreiks wollen wir uns hier in Lüneburg gemeinsam solidarisch für diejenigen einsetzen, die unter der Klimakrise am meisten leiden. Deswegen ist für uns klar: Als Regierungschef einer reichen Industrienation muss Bundeskanzler Friedrich Merz sich in Brasilien für eine gerechte Transformation einsetzen, anstatt weiter leere Versprechen zu machen. Es braucht endlich eine Zusage zum konsequenten Ausstieg aus den fossilen Energien und genug Geld für die am stärksten von der Klimakrise betroffenen Staaten”, ergänzt Vivien Deppisch von Fridays For Future Lüneburg.