Gottesdienste im Ev.-luth. Kirchenkreis Lüneburg
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Ev.-luth. Kirchenkreis Lüneburg

Orange days im November #keinplatzfürgewalt gegen Frauen

Nachricht Lüneburg, 20. November 2025

Am Dienstag, 25. November ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen und der Beginn der sogenannten „Orange Days“: Die Farbe Orange symbolisiert eine Zukunft ohne Gewalt gegen Frauen. Regierungsorganisationen, Initiativen, Unternehmen und auch Privatperson machen ihr Anliegen – die Beseitigung jeglicher Gewalt gegen Frauen – so weltweit sichtbar.

Solidarität zeigen, Strukturen verändern
Landeskirchenweit wird mit #keinplatzfürgewalt aufmerksam gemacht, u.a. mit orangefarbenen Stühlen und einem entsprechenden Aufkleber. Ein QR-Code führt auf eine Website, auf der weitere Informationen und Hilfsangebote zu finden sind.
Gemeinden und Einrichtungen sind mit Aktionen dabei, im Kirchenkreis Lüneburg u.a. St. Dionys, Neetze und Thomasburg sowie St. Michaelis in Lüneburg:

  • "Das Thema in die Mitte der Gesellschaft holen, mit neuer Ehrlichkeit", möchten Pastor Frederic Richter und die Kirchengemeinde St. Dionys. Dort werden Stühle stehen mit dem Aufkleber #keinplatzfürgewalt. Der Präventionsrat der Gemeinde tagt am 25.11. und legt den Schwerpunkt auf die Frage, wie insbesondere die Würde von Frauen geachtet werden kann bei Veranstaltungen in der Kirchengemeinde und darüber hinaus. Auch im Gottesdienst am 1. Advent wird das Thema aufgegriffen, denn Weihnachten steht an: "So ein intensives Familienfest, wie schrecklich muss das für Frauen sein, die sich in ihrem zu Hause nicht wohlfühlen können, weil sie dort von Gewalt bedroht sind", findet Frederic Richter. 
  • Pastorin Corinna Dieselkamp hat für die Kirchengemeinden Neetze und Thomasburg Ttüten von der Aktion der Soroptimistinnen organisiert. Mit einem Licht darin kann man sie am 25. November und darüber hinaus vor die Haustür zu stellen. "Das macht deutlich, dass wir gemeinsam die Gewalt gegen Frauen hinter verschlossenen Türen nach außen bringen wollen. Hingucken, sensibel werden, Frauen unterstützen, dazu laden wir mit der Aktion zum Mitmachen ein." Die Tüten werden unter anderem in Gottesdiensten ausgegeben und von der Bäckerei Harms.
https://clublueneburg.soroptimist.de/ueber-uns/veranstaltungen/details/demonstration-gegen-gewalt-an-frauen
  • In der Altstadtkirche St. Michaelis werden drei orangefarbene Stühle stehen, um darauf hinzuweisen, "dass wir keinen Platz für Gewalt gegen Frauen haben. Das ist nicht nur ein Thema, das Frauen anbelangt, sondern die gesamte Gesellschaft. Und es ist nicht nur körperliche Gewalt, sondern psychische und auch strukturelle Gewalt in Gesellschaft und Kirche. Wir wollen dafür eintreten, dass hingesehen wird", macht Pastorin Silke Ideker deutlich.

"Als kirchliche Einrichtungen sehen wir unsere Mitverantwortung für Strukturen, die Gewalt begünstigen und verdecken. Deshalb machen wir das Thema sichtbar, zeigen unsere Solidarität mit den betroffenen Frauen und setzen uns dafür ein, diese Strukturen zu verändern", schreiben die Initiatoren, ein Bündnis von Ev. Frauen*, Katholische Akademie des Bistums Hildesheim, der Fachstelle Prävention und der Stabstelle für Gleichstellung der Landeskirche sowie des Kirchenkreises Hannovers.

Bilder von Aktionen werden in den sozialen Medien gepostet und versehen mit dem Hashtag #keinplatzfürgewalt. So wird das Engagement gemeinsam sichtbar. Machen Sie mit!

Warum ist die Aktion wichtig
Körperliche oder sexuelle Gewalt gehört vielerorts zur alltäglichen
Erfahrung von Frauen. Am 25. November machen die Vereinten Nationen
mit dem "Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen" weltweit auf
diesen Missstand aufmerksam.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) benennt Gewalt als eines der
größten Gesundheitsrisiken für Frauen. Neben körperlicher und sexueller
Gewalt haben auch psychische und emotionale Gewalt gravierende
Folgen. Weltweit ist die Form der sogenannten häuslichen Gewalt gegen
Frauen am meisten verbreitet – also zwischen Personen, die in einer
familiären oder partnerschaftlichen Beziehung zusammenwohnen. Im Jahr
2023 kam es in Deutschland zu 360 Morden an Frauen und 578 versuchten Taten. Damit sind die Zahlen erneut auf einem Höchststand. Die Täter sind in erster Linie (Ex-)Partner, oder Familienmitglieder.
(Quelle: Landeskirche Hannovers)

116 016 Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ist ein bundesweites Beratungsangebot für Frauen, die Gewalt erlebt haben oder noch erleben. Unter der Nummer 116 016 und via Online-Beratung werden Betroffene aller Nationalitäten, mit und ohne Behinderung unterstützt– 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr. Auch Angehörige, Freundinnen und Freunde sowie Fachkräfte werden beraten, anonym und kostenfrei.

https://www.hilfetelefon.de