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Ev.-luth. Kirchenkreis Lüneburg

Akademie am Vormittag: Die kleinen Propheten

Nachricht Lüneburg, 27. November 2025

Mit noch drei Terminen bis zum Jahresende geht es um die kleinen Propheten bei der Reihe "Akademie am Vormittag": mit Micha – mutig und modern!, geht es am Freitag, 28. November weiter, 9.30 - 11.00 Uhr, mit Christian Stasch, ev. Theologe, Superintendent: 
Aus einem kleinen Kaff stammt Micha, aber hinterm Mond lebt er nicht. Er schaut genau hin, lässt sich nicht blenden, betreibt knallharte Gesellschaftskritik. Man denkt an die wütende Aktivistin Greta Thunberg („Wie können Sie es wagen?“) oder die glasklare US-Bischöfin Mariann Budde („Haben Sie Erbarmen, Mr.President!“) Nebenbei sind drei Micha-Verse zu Klassikern geworden: Für die Friedensbewegung („Schwerter zu Pflugscharen“), für den Ev. Kirchentag („Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist“) und für Bachs Weihnachtsoratorium („Und du, Bethlehem im jüdischen Lande, bist mitnichten die kleinste …“). Auch wir werden an diesem Vormittag genau hinschauen.

Mit wechselnden Referent:innen wird der Kurs einmal wöchentlich in der Ev. Familien-Bildungsstätte Lüneburg angeboten. Die weiteren Termine:

  • Die Apokalyptik und Daniel, Fr. 5.12.2025, 9.30 - 11.00 Uhr, Joachim Diestelkamp, ev. Theologe
    Mitglieder der „Letzten Generation“ sind Apokalyptiker. Sie sind fest davon überzeugt, dass die Menschheit in der Klimakatastrophe untergehen wird, wenn die Politik weltweit nicht ganz schnell umsteuert. Die „Letzte Generation“ ist radikal, um eben das zu verhindern, was sie befürchtet. Apokalyptik ist auch eine Literaturgattung. Einige Kapitel der Evangelien werden dazu gerechnet, vor allem aber die biblischen Bücher Daniel und die Offenbarung Johannis. Apokalyptik ist ein griechisches Wort und bedeutet „Enthüllung“, „Offenbarung“. Apokalyptisch sind Glaubensvorstellungen von einer bevorstehenden Endzeit, in der die gegenwärtige Welt untergeht. Das Buch Daniel ist ein ganz besonderes literarisches Werk. Seine Autoren lasse seine Handlung in der Vergangenheit spielen. Sie „enthüllen“ die Geschichte, um ihren Lesern zu zeigen: Alles läuft auf das nahende Ende zu. Der Held dieses Buches ist Daniel, der unerschrocken und mutig zu seinem Glauben steht und damit zum Vorbild wird, in den Erschütterungen der Gegenwart zu bestehen. Das Buch Daniel hat das Urchristentum stark beeinflusst. Und indirekt vielleicht auch die „Letzte Generation“?
     
  • Amos, der Sozialkritiker, Fr. 12.12.2025, 9.30. - 11.00 Uhr, Julian Wyrwa, ev. Theologe
    Irgendwie lief es. Handel und Wirtschaft blühten und an den religiösen Heiligtümern wurden aufwendig Opfer zelebriert. Die Reichen wurden reicher und verfielen der Korruption, während die Armen immer ärmer wurden. Die soziale Schere klaffte immer mehr auseinander. Amos, der Schafzüchter und Gärtner einer Maulbeerfeigenpflanzung, kritisierte dies aufs Schärfste. Mit kurzen Sprüchen oder längeren Reden trat er anlässlich der großen jährlichen Feste vor das Volk und kündigte das Gericht Gottes an. Weil ihn niemand dazu gebeten hatte, empfand man ihn als Störenfried und verwies ihn als unerwünschte Person des Landes. Doch das Unheil brach sich umso mehr Bahnen... 

Kurs 253-200
37,50 € oder pro Treffen 7,50 €
Raum E1
Fr. 14.11. - 12.12.25, 9.30 - 11.00 Uhr, 5 x