Klimaschutz im Kirchenkreis Lüneburg, Fotos: Lehmann, Hueske

Klimaschutz

Klimaschutzkonzept für unseren Kirchenkreis

Kirchenkreis Lüneburg: klimaneutral bis 2040

Auf der Sitzung der Kirchenkreissynode im Juni 2026 haben die Mitglieder aus allen 26 Gemeinden das Konzept mehrheitlich verabschiedet. Es gliedert sich in die Bereiche Energie, Mobilität, Land und Strom.

Der Kirchenkreis Lüneburg hat sich für die Treibhausgasneutralität das Jahr 2040 als Ziel gesetzt. Klimaschutz sollte bei allen Entscheidungen des Kirchenkreises als übergeordnete Querschnittsaufgabe mitgedacht werden. 

Klimaschutz Symbol Ev. Kirche

Schöpfung bewahren

Der Auftrag, die Schöpfung zu bewahren, gehört zum Kernbestand der jüdisch-christlichen Überlieferung. Wenn unsere Kirche den Gedanken der Bewahrung der Schöpfung weitergibt, wird sie gefragt, ob sie selbst diesem Ziel genügt. Ihre Antwort muss daher glaubwürdig und ihr Handeln transparent sein.

Darum ist der Auftrag, die Schöpfung zu bewahren immer auch ein Prozess, in dem jede Kirchengemeinde, jede Einrichtung, jede kirchliche Gruppe steht.

An vielen Stellen im Kirchenkreis werden diese Prozesse praktisch sichtbar - so werden z.B. kirchliche Gebäude energetisch saniert und das Einkaufs- und Verbrauchsverhalten (ökologisch, regional, nachhaltig) hat eine hohe Bedeutung für uns. Wir sind aber noch nicht am Ende unserer Bemühungen.

Beispiele im Kirchenkreis und den Gemeinden:

  • Öko-Strom – in allen Gebäuden des Kirchenkreises und flächendeckend in den Kirchengemeinden
  • Das System „Winterkirche“ – Gottesdienste werden in der Winterzeit in kleinen, gut beheizbaren Räumen durchgeführt
  • Gebäudebedarfsplan – wird stetig aktualisiert unter Berücksichtigung nachhaltiger Gebäudeentwicklung (z.B. Verkleinerung, Umnutzung, CO2-Reduzierung)
  • Bau – bauliche Ertüchtigung unter strikter Beachtung von Energieeinsparung, Umstellung auf LED
  • Solaranlagen, z.B. in der Kirchengemeinde Bardowick auf den Dächern zweier Häuser, in der Paulusgemeinde
  • Plastikvermeidung – wird in den Gemeinden und Einrichtungen verfolgt, z.B. kein Plastikgeschirr auf Gemeindefesten
  • Energiekataster – für alle Gebäude seit 2004
  • Fördermittel für energiesparende Umbaumaßnahmen
  • Mobilität
  • Carsharing cambio Parkplatz beim Kirchenamt Lüneburg
  • Dienstfahrtengenehmigungen – Vorzug für ÖPNV
  • Printprodukte und Bürobedarf umweltgerecht
  • Fair trinken – fair gehandelter Tee und Kaffee im Kirchenkreis und den Gemeinden
  • Bildungsarbeit – durch den Ausschuss für Frieden und Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung und Brot für die Welt
  • In den Gemeinden – thematische Gottesdienste (Umweltschutz, Erntedank, Fridays for Future, Fahrradgottesdienste)
  • Fair-teiler z.B. beim Paul-Gerhardt Haus
  • Visitationen der Gemeinden – Nachfrage zur nachhaltigen Entwicklung der jeweiligen Gemeinde
  • Bio-Diversität auf Friedhöfen – z.B. Friedhof im Lopautal der Kirchengemeinde Amelinghausen
  • Churches for Future –Solidarisierung mit der Bewegung „Fridays for Future“
  • Beteiligung an Windpark-Projekten: Der Kirchenkreis ist bereits in zwei Windparks erfolgreich als Gesellschafter beigetreten

    Stand: Juli 2026
110 km/h auf Autobahnen - Synode des Kirchenkreises Lüneburg positioniert sich für das Tempolimit

Die Synode des Kirchenkreises Lüneburg positioniert sich für das Tempolimit 110km/h
Die Synode des evangelischen Kirchenkreises fordert künftig alle zuständigen Personen, Gremien und Institutionen auf, sofort die gesetzlichen Grundlagen für eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 110 km/h auf Autobahnen zu schaffen und diese danach auch umzusetzen. Der Impuls wurde von Dieter Haupt und Dr. Volkher Weißermel im Namen des Ausschusses für Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung bei der letzten Kirchenparlamentssitzung (Freitag, 31.8.2024) eingebracht.

Dieter Haupt betonte, dass es um ein gutes Leben für künftige Generationen gehe. Ein Tempolimit auf Autobahnen helfe, Unfälle zu verhindern und führe zu einer deutlichen Minderung des CO2 Ausstoßes. „Ein Tempolimit ist im Namen des Lebens zumutbar“, machte er deutlich. „Wir müssen etwas tun. Raushalten geht nicht. Wir sind bisher zu leise“, so Dieter Haupt.

Tempolimits auf der Autobahn sind in allen Ländern der EU bereits die Regel, in Deutschland mit 30% auf Autobahnstrecken noch eher die Ausnahme.
Von „mutig voran“, „sehr vernünftig“ oder auch einem humorvollen „man kommt tatsächlich vorwärts“ bis hin zu Skepsis ob der Wirkung spannte sich die Diskussion in der Synode. Denn es gibt auch Kirchenmitglieder, die nicht dafür sind. Manchen war 110 km/h zu tief gesetzt. Ob das Anliegen Erfolg haben wird? „Uns geht es um eine Positionierung, darum klar Stellung zu beziehen“, betonte Dieter Haupt, denn die Summe aller Positionen mache auch in der Politik Entscheidungen aus.

Die Synode des Kirchenkreises wird nun die Forderung u.a. an den Verkehrsminister und Vertreter:innen der politischen Parteien vor Ort rausgegeben. Eine Eingabe an die Synode der hannoverschen Landeskirche, sich der Position anzuschließen, ist ebenfalls in Vorbereitung.

Lüneburg, 2. September 2024

Mensch und Natur
Weite Teile des Kirchenkreises liegen im Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue. Wir setzen uns dafür ein, dass Mensch und Natur im Einklang miteinander leben, insbesondere für den Erhalt der Elbe als naturbelassener Fluss.

Naturschutz und Kultur gehören zusammen. Darum fördern wir das Gespräch von Gesellschaft und Landwirtschaft und treten ein für den Respekt vor Mensch und Tier.

www.elbtalaue.niedersachsen.de
Banner Klimagerechtigkeit jetzt

Auf dem Netzwerktreffen des Ökumenischen Netzwerks Klimagerechtigkeit haben Mitglieder des Netzwerkes 2019 beschlossen, sich mit Anliegen der Jugendlichen von „Fridays for Future“ zu solidarisieren. So ist „Churches for Future“ entstanden, dem auch der Kirchenkreis Lüneburg beigetreten ist.

www.kirchen-fuer-klimagerechtigkeit.de/churches-for-future

„Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte“ (1. Mose 2,15).