Fotos: Tina Hueske; St. Johannis Lüneburg
Fotos: Carolin George, Tina Hueske
Ev.-luth. Kirchenkreis Lüneburg. Fotos: Hueske
Fotos: C. Cordes (l.), B. Neß
Churches for Future
Fotos: Kirchenkreis Lüneburg, Cordes, Lehmann

Unser Wasser - Leitende Superintendentin Christine Schmid zu dem Lüneburger Gesprächsthema

Nachricht Lüneburg, 24. August 2020

In Lüneburg wird derzeit heftig über die Nutzungsrechte am Grundwasser der Region diskutiert. Die Leitende Superintendentin des Ev.-luth. Kirchenkreises Lüneburg, Christine Schmid, sagt dazu: 

„Wasser ist aus christlicher Sicht eine Schöpfungsgabe. Es ist kostbar und wie ein Geschenk zu behandeln. Wasser gehört niemandem, es ist zum Nutzen aller gegeben. Und Wasser ist die Grundlage des Lebens. Wird das Wasser knapp, ist Leben bedroht. Darum wundert es nicht, wenn gerade in  Zeiten spürbaren Klimawandels viele Menschen fordern, dass die Vergabe von neuen Nutzungsrechten am Wasser äußerst streng gehandhabt wird.

Die staatlichen Stellen müssen dazu unbedingt unabhängige Gutachten zu den Folgen einer Wasserentnahme bekommen und an hohen Maßstäben auswerten. Die politischen Rahmenbedingungen müssen bei allem Recht ökonomischer Aspekte den Schutz des Wassers und die nachhaltige  Auffüllung der Vorräte als oberste Priorität haben. Und die Wirtschaft muss sich der Aufgabe einer nachhaltigen Nutzung der Bodenschätze stellen. Gute Mineralwasser-Projekte stellen schon heute einen Teil ihrer Gewinne für die Wasserversorgung in armen Ländern zur Verfügung.

Auch wir Verbraucher und Verbraucherinnen sind gefordert: meine Großeltern haben den sparsamen Umgang mit dem Wasser noch selbstverständlich gelebt. Wir müssen es heute wieder neu lernen. Und das gilt nicht nur für das Wasser in der Leitung, sondern auch für Wasserverbrauch in der Nahrungsmittel- und Bekleidungsindustrie. Weniger ist mehr. Das Bewusstsein, dass Wasser eine kostbare Schöpfungsgabe ist, muss wieder neu eingeübt und gelebt werden.

Dabei haben wir Kirchen auch eine wichtige Aufgabe. Das evangelische Entwicklungswerk „Brot für die Welt“ setzt sich z.B. seit Jahrzehnten für eine sparsame und gerechte Wassernutzung lokal und weltweit. Diese Arbeit unterstützen wie als Gemeinden stark. 
Mich beeindruckt, dass sich zur Zeit in Lüneburg so viele Menschen, vor allem Frauen, für den Schutz des Wassers engagieren. Das finde ich ein starkes und wichtiges Zeichen. Ich hoffe, dass es in Politik und Behörden wahrgenommen wird. Es geht auch darum, das Vertrauen von uns BürgerInnen in die staatlichen Stellen zu stärken und den Dialog transparent und zukunftsorientiert zu führen.“ 

 

Leitende Superintendentin Christine Schmid
Tel.: 04131 420 77