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Wenn das Erbe Früchte tragen soll: Film zum Thema Vererben

Nachricht Lüneburg, 09. September 2021

Um die komplexen Themen Testament und Erbschaft anschaulich vermitteln zu können, hat Katharina Rogge-Balke, Referentin für Erbschaftkommunikation, jetzt gemeinsam mit zwei Studentinnen der Kunsthochschule Kassel einen kurzen Film produziert. Zum „Internationalen Tag des Testaments“ am 12. September wird er der Öffentlichkeit vorgestellt. Als Sprecherin führt Dr. Stephanie Springer, die Präsidentin des Landeskirchenamtes Hannover, durch eine Familiengeschichte rund um das Thema „Erbschaft und Generationenvertrag“. Der Film ist mit den Mitteln der Animationstechnik gedreht, das vermittelt ihm trotz der thematischen Ernsthaftigkeit auch eine Leichtigkeit. „Kirchengemeinden und andere Interessierte können den Film gerne nutzen“, sagt Rogge-Balke. „Vielleicht senkt er für einige Menschen auch die Hemmschwelle, sich mit dem Thema Erbschaft auseinanderzusetzen.“

Manchmal bekommt Katharina Rogge-Balke einen ganz direkten Anruf. „Ich möchte der Kirche etwas vererben, wie geht das?“, heißt es dann unvermittelt. Zwei, drei Minuten, dann ist Rogge-Balke in ihrem Element. „Ich suche immer erstmal das Gespräch mit jemandem, der etwas vererben möchte“, sagt die Referentin für Erbschaftkommunikation. „In welcher Situation befindet er oder sie sich, welches Erbanliegen hat dieser Mensch, wie kommt er auf uns als Kirche, das sind die Fragen. Ob und wie dann eine Erbschaft zustande kommt, wird später geklärt.“ Schließlich handele es sich bei dem Thema Testament und Erbschaft um eine sensible persönliche Angelegenheit, sagt Rogge-Balke. „Ein Mensch hat vielleicht sein Leben lang hart gearbeitet und möchte jetzt etwas Gemeinnütziges tun, das soll wohl überlegt und möglichst auch einvernehmlich im Familien- und Verwandtschaftskreis geklärt sein.“

Seit sechs Jahren arbeitet die promovierte Historikerin als Erbschafts-Referentin im Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. „Das Thema Vererben wird immer wichtiger“, sagt sie. „Es gibt zunehmend Menschen, die über teilweise große Vermögen verfügen und diese gemeinnützig einsetzen wollen.“ Eine ihrer Aufgaben sieht sie darin, potenzielle Erblasser über die Möglichkeiten zu informieren, die die Kirche als Erbin bietet. „Wir haben beispielsweise über 450 Stiftungen in der Landeskirche, die soziale und gemeinnützige Ziele verfolgen“ sagt Rogge-Balke. Hier können Erblasser zustiften, einen Stiftungsfonds oder auch eine neue Stiftung gründen. „Gut ist es, wenn der Kontakt zu den potenziellen Erblassern vor Ort geknüpft werden kann, denn dort sind die Menschen verankert“, sagt die Referentin. Rund 20 hauptberufliche Fundraiser und etliche Ehrenamtliche in Stiftungen sind in den Sprengeln der Landeskirche zu Erbschaftsfragen ansprechbar. Rogge-Balke schult sie, ebenso wie auch Pastorinnen und Pastoren, Kirchenvorstände oder Stiftungskuratorien, zum Thema Testament und Vererben. „Wichtig für uns als Kirche ist, dass wir im Kontakt mit potenziellen Erblassern unsere Rollen als Seelsorgende und Beratende in Fragen der Lebensplanung trennen“, sagt sie. „So können wir dem Vertrauen gerecht werden, das Menschen in uns setzen.“

Auch für das hannoversche Ehepaar Inge und Hans-Peter Exner war der gute Kontakt zu ihrem Gemeindepastor ein ausschlaggebender Faktor, die Kirche als Erbin zu bedenken. 2015 entschlossen sie sich zur Gründung der Lister-Kirchen-Stiftung in der Lister Johannes- und Matthäus-Kirchengemeinde. „Wir haben keine Kinder, unsere nähere Verwandtschaft ist ausreichend gut gestellt und so haben wir überlegt, wie wir unser Vermögen einsetzen wollen“, erzählt Hans-Peter Exner. „Das, was wir uns teilweise hart erarbeitet haben, sollte Früchte tragen.“ Die Stiftung unterstützt besondere Vorhaben in der Gemeindearbeit, die über den Kirchenetat nicht zu finanzieren wären, beispielsweise Konzerte oder Materialien für die Jugendarbeit. „Es war ein befreiendes Gefühl, als wir damals alles testamentarisch und notariell geregelt haben“, sagt Exner. Mit einem Teil des Vermögens arbeitet die Stiftung schon jetzt, als Schlusserbin fließen der Kirche dann nach dem Tod beider Eheleute weitere Mittel zu. Als Kuratoriumsvorsitzender erlebt Hans-Peter Exner, wie die Stiftung das Gemeindeleben fördert, Menschen zusammenbringt und ihren Alltag bereichert. „Es hat mit Geld angefangen und jetzt ist Leben daraus geworden“, sagt er und lächelt. Ein wenig vermag ihn das auch zu trösten, denn erst vor kurzem ist seine Ehefrau gestorben. „Mit unserer Stiftung zu arbeiten, das ist auch in ihrem Sinne“, sagt Exner mit einem Blick auf das Foto seiner Frau, das im Wohnzimmer hängt.

Weitere Informationen dazu sind unter der Adresse www.gutesleben-gutesgeben.de erhältlich.