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Einladung zu Gottesdiensten am Buß- und Bettag

Nachricht Lüneburg, 20. November 2017

Wie umgehen mit Schuld und Vergebung? Bei der Einladung zur Buße am Buß und Bettag, in diesem Jahr am Mittwoch, 22. November, geht es für evangelische Christen um Besinnung und eine mögliche Neuorientierung im Leben. Schulklassen besuchen häufig die Vormittags-Gottesdienste in den Kirchengemeinden oder bereiten diese selbst mit vor. Die Feiern stehen aber allen Interessierten offen. Berufstätige finden auch am frühen Abend die Möglichkeit, in den Gemeinden des Ev.-luth. Kirchenkreise Lüneburg einen Buß- und Bettagsgottesdienst zu feiern.

Um „Vergebung um jeden Preis?!“ geht es zum Beispiel am Vormittag der St. Jacobi Kirche in Bleckede. Dort werden zwei Schulgottesdienste für das gesamte Schulzentrum angeboten, um 8.30 Uhr und 10.30 Uhr. Das Thema wird in Anlehnung an Martin Luther und die Reformation von den Schülerinnen und Schülern der Real- und Hauptschule und des Gymnasiums vorbereitet und durchgeführt. Schulpastorin Iris Weiner erklärt den aktuellen Bezug: „Es geht darum, dass „Entschuldigung“ und „Sorry“ auf der einen Seite oft nur so daher gesagt wird und gar nicht so gemeint ist. Wie oft haben wir auf dem Pausenhof die Situation, dass sich zwei streiten und eine Person muss sich dann unter Druck der Lehrer entschuldigen. Dabei wissen alle, so wirklich ernst meint sie es nicht. Auf der anderen Seite kennen die Kinder auch die Situation, dass ernstgemeinte Entschuldigungen zunächst nicht angenommen werden.“  Wie man mit solchen Vorfällen und mit Schuld umgehen kann, wird in verschiedenen Spielszenen thematisiert. Auch die Lutherrose hat ihre Rolle: „An ihr kann verdeutlicht werden, dass, wenn es wirklich unserer inneren Einstellung entspricht, wie immer auf die Gnade und die Vergebung Gottes zählen können“, so Iris Weiner.

Für die Feier um 8 Uhr in der Aula der Anne-Frank-Schule in Kaltenmoor haben die Schüler der Theater AG unter der Leitung von Ester Kleinert und Insa Ripke gemeinsam mit Diakon Helmut Strentzsch von der Kirchengemeinde St. Stephanus das Thema Martin Luther vorbereitet. Gespielt werden Szenen aus dem Leben des Reformators. „Wir haben gemeinsam wichtige Stationen und zentrale Ideen herausgesucht. Bedeutend ist, dass Menschen aus allen Glaubensrichtungen dazu Bezug nehmen können“, so der Diakon.

Hintergrundinformation zum Buß- und Bettag:
Die Tradition der Bußtage reicht weit bis ins Mittelalter zurück. Die mittelalterliche Kirche kannte zwei Arten von Bußtagen: Besondere Bußtage, die Anlass bezogen und ohne Zusammenhang mit dem Kirchenjahr von der staatlichen Obrigkeit, nicht von der Kirche, angeordnet wurden. Daneben gab und gibt es regelmäßige Fastentage mit Bußcharakter, die im Kalender festgelegt wurden. Bis heute ist die Passionszeit vor Ostern und die Adventszeit vor Weihnachten eine solche Zeit der Buße und Einkehr.

Noch 1878 gab es in 28 deutschen Ländern 47 verschiedene Bußtage an 24 Tagen. Doch war schon im 18. Jahrhundert die Anzahl der Bußtage verringert und damit eine Entwicklung angebahnt worden, deren Ergebnis ein jährlicher Bußtag war. Ins 19. Jahrhundert fallen die Bestrebungen, einen festen Termin eines solchen Bußtages für die evangelischen Kirchen Deutschlands zu finden. Die Eisenacher Konferenz schlug 1852 den Mittwoch vor dem letzten Sonntag des Kirchenjahres vor. Während sich die nord- und mitteldeutschen Landeskirchen 1893 dieser Regelung anschlossen, setzte sich in Süddeutschland dieser Termin erst im 20. Jahrhundert durch. Bis 1995 war der Buß- und Bettag ein gesetzlicher Feiertag, dann wurde er gegen den Widerstand der Kirchen im Zuge der Einführung der Pflegeversicherung in allen Bundesländern - außer Sachsen - gestrichen. Der zusätzliche Arbeitstag, so die Begründung für die Streichung, sollte den Unternehmen als Ausgleich für ihren Beitragsanteil dienen. (Text: Pastor Bernd Ranke/evlka)

Eine Übersicht über die Gottesdienste im Kirchenkreis finden Sie im Kalender:

Kalender