Fotos: Kirchenkreis Lüneburg, Cordes, Lehmann
Reformationsgottesdienst 2017 in Lüneburg, Luther: Georg Pencz wiki commons
Kandidieren für die Kirchenvorstandswahlen
Fotos: B. Neß
Ev.-luth. Kirchenkreis Lüneburg

"Marke Luther" – Briefmarkenausstellung zur Reformation in St. Nicolai Lüneburg

Nachricht Lüneburg, 28. September 2017

Vom 4. Oktober bis 4. November ist in der Lüneburger St. Nicolaikirche eine Briefmarkenausstellung zum Reformationsjubiläum zu sehen. Personen, Orte und Themen der Reformation zeigt der Ausstellungsmacher David Scherger. Die abwechslungsreiche Darstellung der Kirchengeschichte auf kleinsten Motiven ist sicher nicht nur für Briefmarkenfreunde sehenswert.
Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten der Kirche kostenfrei zugänglich. Sammler können einen vorbereiteten Briefumschlag mit Luthermarke erwerben, der mit dem Lüneburger Tagesstempel versehen wird.
 

Zur Ausstellung:
Die 480 privaten Exponate der Ausstellung wie Ersttagsbriefe und Erinnerungsblätter, Privat-Ganzsachen und Schaubriefe, Numisblätter und Schmucktelegramme handeln vor allem vom Leben und Wirken des Reformators Martin Luther. Herausgegeben wurden sie meistens anlässlich der verschiedenen Luther-Jubiläen: so zum Beispiel ein sogenannter Schaubrief von 1730 zum 200-jährigen Jubiläum der Confessio Augustana, der grundlegenden Bekenntnisschrift der lutherischen Reichsstände zu ihrem Glauben.
Für Scherger, zählt dieses Exponat zu den Höhepunkten der Ausstellung. Aber auch ein Brief aus der vorphilatelistische Zeit, im Vatikan mit dem Federkiel geschrieben und mit dem Papstsiegel versehen, ist ein Hingucker. Nicht verpassen sollte man zudem die Postkarte mit einem Druck von Luthers Handschrift, mit Silbermarke, die die französische Post zum 500. Geburtstag des Reformators herausbrachte.
Man siehe und staune: selbst das orthodoxe Bulgarien würdigte dieses Datum mit einer Luthermarke und die US-Post verzierte einen Ersttagsbrief mit Reformationshymne „Ein feste Burg ist unser Gott“.

Die postalische Würdigung der Reformation und ihrer Vertreter ist nur die eine Seite der Ausstellung. Denn Scherger erzählt die gesamte Geschichte der Kirchentrennung. Dabei fehlen der Lebenslauf Luthers und die Orte seines Wirkens genauso wenig wie die Porträts seiner Weggefährten und Gegner. Die kriegerischen Auseinandersetzungen werden beschrieben, der Fortschritt im Buchdruck sowie das Auf- und Ab politischer und theologischer Disputationen. Nicht zu vergessen die berühmten zwölf Artikel der Memminger Bauern von 1525 „jede Gemeinde soll das Recht haben, ihren Pfarrer selbst zu wählen und einzusetzen“ und die Gründung der „Church of England“ von 1533. Belegt durch eine Briefmarke mit Heinrich VIII.

Die Ausstellung endet am Samstag, dem 4. November um 17 Uhr mit einer Finissage, in der David Scherger auch gern persönlich Fragen beantworten wird.
Der Sammler:
David Scherger ist Jugendreferent im Evangelischen Jugendwerk Ravensburg, Baden-Württemberg. Da sich der Sozialpädagoge und Diakon schon als Kind für Briefmarken interessiert hat, ist mit den Jahren eine beachtliche Sammlung entstanden. Aus diesem Fundus konnte der 36-jährige engagierte Philatelist diese Ausstellung zum 500. Jahr nach der Reformation zusammenstellen, die das Leben und Wirken Martin Luthers aus philatelistischer Sicht dokumentiert.

www.st-nicolai.eu