Fotos: Kirchenkreis Lüneburg, Cordes, Lehmann
Fotos: B. Neß
Ev.-luth. Kirchenkreis Lüneburg

Fastenzeit - 7 Wochen ohne

Nachricht Lüneburg, 20. Februar 2017

Eine Weile das zu vermeiden, womit wir sonst viel Zeit verbringen oder uns besonders im Wege stehen, das setzt Kräfte frei. Die Fastenzeit, dieses Jahr vom 1. März bis 16. April, ist eine gute Gelegenheit, die bekannten Pfade zu verlassen. Die Aktion "7 Wochen ohne" der Evangelischen Kirche lädt dazu ein, sieben Wochen auf etwas zu verzichten und damit in dieser Zeit etwas freizulegen und in Bewegung zu bringen. Vielleicht einen Bogen um den Kühlschrank zu machen? Wieder öfter zu Fuß zu gehen, statt das Auto zu nehmen? Jeder entscheidet selbst, was ihm gut tut und was machbar ist.
 "Manchmal ist es nur ein kleiner Schritt zur Seite und es zeigt sich auf einmal etwas anderes, Unerwartetes, lange Übersehenes", so die Initiatoren. Das Motto der Aktion in diesem Jahr lautet: "Augenblick  mal! - Sieben Wochen ohne Sofort“.

Fastenaktionen
Fasten kann man alleine oder in Gemeinschaft. In den Kirchengemeinden finden verschiedene Veransttaltungen dazu in der Zeit zwischen Aschermittwoch und Karsamstag statt. Im ökumenischen Zentrum St. Stephanus in Lüneburg zum Beispiel beginnt die Fastenaktion mit einem Gottesdienst am Sonntag, dem 5. März um 10.30 Uhr. An den ersten drei Passionssonntagen werden von Kochteams einfache Speisen angeboten. Auch finden drei Benefizkonzertestatt, das erste mit dem Lüneburger Stadtorchester am Samstag, dem 11. März um 18 Uhr. Am Sonntag, dem 26. März um 18 Uhr spielt das Bläserensemble Amici Musici und amSonntag, dem  2. April um 16 Uhr die Jugendmusikschule der Stadt Lüneburg. Die Einahmen aus den Spenden gehen zu gleichen Teilen nach Ruanda in das Wohn- und Qualifizierungsprojekt Revivo für junge Frauen, zumeist Opfer des Völkermords von 1996, und in die Gemeindearbeit der jungen Hermannsburger Pastorin Dr. Uta Ihrke-Buchroth in der lutherischen Gemeinde Emanuel in Lima in Peru.

Warum und auf was verzichten?
Die christliche Fastentraditionen erinnern an die vierzig Tage und Nächte, die Jesus nach seiner Taufe in der Wüste verbrachte und fastete. Das Fasten bedeutet, Gott gegenüber eine fragende Haltung einzunehmen und zu hören, was er zu sagen hat. Im Verzicht der Fastenzeit lebt die Erinnerung daran, dass wir es nicht immer allein und selber am besten wissen, was gut für uns ist.

Wer in der Fastenzeit auf etwas verzichtet, darf nach protestantischem Verständnis selbst entscheiden, was ihm gut tut. Schien früher die Enthaltsamkeit als probates Mittel, den Himmel milde zu stimmen, wurde dies mit der Reformation infrage gestellt. Martin Luther lehnte die Vorstellung ab, dass Verzicht und Askese als gute Werke vor der Hölle bewahren. Gefastet hat er wohl, doch nicht als religiöse Pflicht. Er empfiehlt das Fasten "als eine feine äußerliche Zucht" - aber eben nicht als Weg zum Heil. Die Fastenzeit gilt heute als Zeit der Einkehr, der Umkehr und Besinnung.

Quelle: www.7wochenohne.de